
Leitfaden für Elektroniker
DIN 18015
Die DIN 18015 ist die zentrale Norm für die Planung und Ausführung elektrischer Anlagen in Wohngebäuden. Sie legt fest, wie eine sichere, zukunftsfähige und nutzerfreundliche Elektroinstallation aussehen muss – von der Anzahl der Steckdosen bis hin zu Anforderungen an Energieeffizienz und Kommunikation. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anforderungen die DIN 18015 stellt, wie sie sich in der Praxis auswirkt und worauf Planer, Installateure und Bauherren besonders achten sollten.
- Anforderungen an die Mindestausstattung elektrischer Anlagen in Wohngebäuden.
- Alle Inhalte zusammengefasst
- Praxis Tipps für Elektroniker
- Gliederung der DIN 18015
- Einleitung in die DIN 18015
- Teil 1: Planungsgrundlagen
- Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung
- Teil 3: Leitungsführung & Anordnung der Betriebsmittel
- Teil 4: Gebäudesystemtechnik
- Teil 5: Luftdichte & wärmebrückenfreie Installation
- Energieeffizienz nach DIN 18015
- Zusammenfassung und Ausblick
- FAQ

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Die Gliederung der DIN 18015

Die DIN 18015 gilt für elektrische Anlagen in Wohngebäuden, einschließlich:
- Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser: Von kleinen Wohnungen bis zu großen Wohnkomplexen.
- Teilgewerbliche Nutzung: Gebäude mit vergleichbaren Anforderungen, z. B. gemischt genutzte Objekte.
- Außenanlagen: Anlagen, die im direkten Zusammenhang mit Wohngebäuden stehen, z. B. Gartenbeleuchtung.

Eine Einleitung in die DIN 18015
Was ist die DIN 18015?
Die DIN 18015 ist eine deutsche Normenreihe, die die Planung und Ausführung elektrischer Anlagen in Wohngebäuden regelt. Sie definiert umfassend die technischen Anforderungen an die Installation von Starkstrom-, Informations- und Kommunikationstechnik sowie an energieeffiziente Systeme. Die Norm ist unverzichtbar für Elektriker, Planer und Bauherren, da sie die Grundlage für sichere, funktionale und zukunftssichere Installationen bildet.
Die Norm wurde speziell entwickelt, um:
- Sicherheit: Die Einhaltung geltender Sicherheitsstandards in Wohngebäuden zu gewährleisten.
- Komfort: Eine auf die heutigen Bedürfnisse angepasste Elektroinstallation sicherzustellen.
- Zukunftssicherheit: Die Integration moderner Technologien und Systeme wie Smart-Metering und Gebäudesystemtechnik zu ermöglichen.
Die DIN 18015 dient als Leitfaden, um Installationen den „anerkannten Regeln der Technik“ entsprechend auszuführen. Sie sorgt für:
- Standardisierung: Einheitliche Anforderungen an Elektroinstallationen, unabhängig von Gebäudetyp oder Nutzung.
- Flexibilität: Optionen für unterschiedliche Komfortniveaus, von der Grundausstattung bis zur Premium-Ausstattung.
- Energieeffizienz: Vorgaben, um den Energieverbrauch zu minimieren und die Installation zukunftssicher zu gestalten.
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Teil 1: Planungs-
grundlagen
Allgemeine Anforderungen an die Planung
Die Planungsgrundlagen der DIN 18015 sind der Ausgangspunkt für eine sichere und funktionale Elektroinstallation in Wohngebäuden. Sie legen die Basis für die anderen Teile der Norm und enthalten zentrale Anforderungen:
Definition von Starkstromanlagen und Schaltstellen: Starkstromanlagen sind elektrische Systeme zur Erzeugung, Verteilung und Nutzung elektrischer Energie. Schaltstellen, wie Schalter, Taster oder Bewegungsmelder, dienen zur Steuerung elektrischer Verbraucher. Sie müssen klar definiert und nutzergerecht positioniert werden.
Grundlagen für Stromkreisverteiler und Schutzmaßnahmen: Stromkreisverteiler sind zentral für die elektrische Versorgung. Je nach Wohnungsgröße gelten spezifische Anforderungen:
- Einraumwohnungen: Mindestens dreireihige Verteiler mit 12 Teilungseinheiten pro Reihe.
- Mehrraumwohnungen: Mindestens vierreihige Verteiler. Diese müssen ausreichend Platz für Schutzeinrichtungen wie Leitungsschutzschalter (LS), Fehlerstromschutzschalter (RCD) und Überspannungsschutz bieten.
Dokumentationspflichten: Die Dokumentation der Elektroinstallation ist essenziell und umfasst:
- Übersichtsschaltpläne
- Angaben zu Schutzeinrichtungen
- Wartungs- und Prüfintervalle

Eine zukunftssichere Planung berücksichtigt technologische Entwicklungen und ermöglicht spätere Erweiterungen. Die DIN 18015 gibt dazu folgende Leitlinien:
Integration von Gebäudesystemtechnik: Systeme wie Smart-Home-Technologien oder energieeffiziente Steuerungen (z. B. für Beleuchtung oder Heizsysteme) sollten von Anfang an eingeplant werden. Dies umfasst:
- Verwendung sternförmiger Verkabelungssysteme.
- Ausreichende Dimensionierung von Leerrohren (mindestens 25 mm Durchmesser).
- Platz für Kommunikations- und Netzwerktechnik in Medienverteilern.
Berücksichtigung barrierefreier Gestaltung (DIN 18040): Elektrische Anlagen sollten den Anforderungen der Barrierefreiheit entsprechen:
- Schalter und Steckdosen in geeigneter Höhe (z. B. 85 cm über dem Boden).
- Bedienbarkeit mit minimalem Kraftaufwand.
- Kontraste zur besseren Erkennbarkeit.
Flexibilität für spätere Anpassungen: Die Planung sollte Reservekapazitäten für Nachrüstungen und Erweiterungen beinhalten:
- Reserveplätze in Verteilern (mindestens 20 %).
- Leerrohre für zusätzliche Kabel.
Die DIN 18015-1 verweist auf weitere Normen, die für eine vollständige Planung wichtig sind, darunter:
DIN VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag. Diese Norm beschreibt Maßnahmen zum Schutz vor direktem und indirektem Berühren elektrischer Betriebsmittel. Sie regelt unter anderem die Verwendung von Fehlerstromschutzschaltern (FI) und legt Anforderungen an die Isolierung von Leitungen fest.
Wichtig: Die DIN VDE 0100-410 sorgt dafür, dass elektrische Anlagen sicher betrieben werden können, indem sie Personen und Tiere vor Gefahren durch Strom schützt.
Die DIN 18040 legt fest, wie Gebäude barrierefrei gestaltet werden müssen, einschließlich Anforderungen an die Elektroinstallation. Dazu gehören die Platzierung von Schaltern und Steckdosen in erreichbarer Höhe sowie die Integration von Türsprechanlagen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Hörvermögen.
Wichtig: Diese Norm ergänzt die DIN 18015, indem sie sicherstellt, dass Elektroinstallationen für alle Nutzer zugänglich und bedienbar sind.
VDE-AR-E 2100-712: Photovoltaik-Installationen. Diese Norm regelt den sicheren Anschluss und Betrieb von Photovoltaikanlagen an das Stromnetz. Sie beschreibt die Anforderungen an Kabel, Schutzmaßnahmen und die Integration von Wechselrichtern.
Wichtig: Die VDE-AR-E 2100-712 ist besonders relevant für Neubauten und Modernisierungen, bei denen erneuerbare Energien eine immer größere Rolle spielen.
1. Koordinieren Sie die Elektroplanung frühzeitig mit anderen Gewerken wie Heizung, Lüftung und Sanitär.
Abstände einhalten:
- Elektroinstallationen sollten immer oberhalb von Gasleitungen verlaufen, um Wärme- oder Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden.
- Mindestabstand zu Wasserleitungen: 30 cm.
2. Eine detaillierte Dokumentation der Elektroinstallation ist unverzichtbar. Sie hilft nicht nur bei der Abnahme, sondern erleichtert auch spätere Wartungsarbeiten oder Erweiterungen.
- Pläne erstellen: Nutzen Sie digitale Planungssoftware (z. B. CAD-Tools), um Leitungswege, Schutzmaßnahmen und Steckdosenstandorte übersichtlich darzustellen.
- Farbkodierung: Verwenden Sie Farbsysteme für Stromkreise, um die Zuordnung zu erleichtern (z. B. Rot für Lichtkreise, Blau für Steckdosenkreise).
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Teil 2: Art & Umfang der Mindestausstattung
- Mindestanzahl der Stromkreise
- Beleuchtungsanschlüsse und Steckdosen je Raum
- Anforderungen an Steckdosen
Die DIN 18015-2 definiert die Mindestausstattung für elektrische Anlagen in Wohngebäuden und ist anwendbar auf:
- Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser:
- Teilgewerbliche Nutzung:
- Außenbereiche:
Nicht umfasst sind:
- Technische Betriebsräume:
Anlagen, die spezielle Anforderungen haben (z. B. Maschinenräume), sind nicht Teil der Norm.

1. Waschmaschinen, Trockner und E-Herde sollten immer auf separaten Stromkreisen betrieben werden. Dies schützt vor Überlastung und erleichtert die Fehlersuche bei Störungen.
- Waschmaschine und Trockner: 16 A, Leitung NYM-J 3 × 2,5 mm².
- Elektroherd: Drehstromleitung (3L, N, PE) mit einer Belastbarkeit von mindestens 20 A.
- Ladestation für Elektrofahrzeuge: Leitung mit 32 A Belastbarkeit.
2. Steckdosen sollten so geplant werden, dass sie ausreichend vorhanden und sinnvoll positioniert sind.
- Wohnräume: Je 3,75 m Raumumfang mindestens eine Steckdose. Für TV- und Multimedia-Bereiche zusätzliche Anschlüsse einplanen, um Geräte ohne Mehrfachsteckdosen betreiben zu können.
- Küche: Zwei Doppelsteckdosen pro laufendem Meter Arbeitsfläche sowie separate Steckdosen für Küchengeräte wie Kühlschrank, Mikrowelle und Kaffeemaschine.

Vorgaben für Stromkreise, Steckdosen und Schaltstellen
Die DIN 18015-2 beschreibt detailliert, wie viele Stromkreise, Steckdosen und Schaltstellen je nach Nutzung und Wohnungsgröße mindestens erforderlich sind:
Mindestanzahl der Stromkreise
- Bis 50 m²: 3 Stromkreise
- Über 50 bis 75 m²: 4 Stromkreise
- Über 75 bis 100 m²: 5 Stromkreise
- Über 100 bis 125 m²: 6 Stromkreise
- Über 125 m²: 7 Stromkreise
Zusätzliche Stromkreise können erforderlich sein, z. B. für:
- Energieintensive Verbrauchsmittel wie Elektroherde oder Wärmepumpen.
- Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge.
| Wohnfläche | Mindestanzahl Stromkreise |
| Bis 50 m² | 3 Stromkreise |
| Über 50 bis 75 m² | 4 Stromkreise |
| Über 75 bis 100 m² | 5 Stromkreise |
| Über 100 bis 125 m² | 6 Stromkreise |
| Über 125 m² | 7 Stromkreise |
Anforderungen an Steckdosen
- Jeder Raum muss mit einer ausreichenden Anzahl von Steckdosen ausgestattet sein, um den Einsatz von Verlängerungskabeln zu minimieren.
- Für besondere Verbrauchsmittel wie Waschmaschinen oder Wäschetrockner sind separate Steckdosen vorzusehen.
Beleuchtungsanschlüsse und Schaltstellen
- Allgemeine Räume (Flur, Treppenhaus, Keller):
Pro 6 m Ganglänge mindestens ein Beleuchtungsanschluss.
Schalter oder automatische Steuerungen wie Bewegungsmelder müssen installiert werden. - Wohnräume:
Beleuchtung so anordnen, dass sie schattenfrei nutzbar ist.
Für jeden Bettplatz sind zwei Steckdosen und eine Schaltstelle erforderlich.
Beispiele für Mindestausstattung
Die HEA-Ausstattungswerte (RAL-RG 678) geben eine Orientierung für die Ausstattung:
- 1-Stern-Installation:
Basisinstallation mit Mindestanforderungen. - 2-Stern-Installation:
Erweiterte Ausstattung für mehr Komfort. - 3-Stern-Installation:
Premium-Ausstattung mit umfangreichen Anschlussmöglichkeiten.
Beleuchtungsanschlüsse und Steckdosen je Raum
| Raum | < 20 m² | > 20 m² | < 16 m² | > 16 m² | Bad | WC |
| Küche | 2 BA, 3 SD | – | – | – | – | – |
| Wohnzimmer | 1 BA, 4 SD | 2 BA, 5 SD | – | – | – | – |
| Esszimmer | 1 BA, 3 SD | – | – | – | – | – |
| Schlafzimmer | – | – | 1 BA, 3 SD | 1 BA, 5 SD | – | – |
| Bad | – | – | – | – | 1 BA, 2 SD | – |
| WC | – | – | – | – | – | 1 BA, 1 SD |
| Weitere Räume | – | – | – | – | – | – |
Beleuchtungsanschlüsse in allgemeinen Bereichen
- Flure und Treppenräume: Beleuchtungsanschlüsse in regelmäßigen Abständen.
- Außenbereiche: Automatische Steuerungen wie Bewegungsmelder oder Dämmerungsschalter werden empfohlen
Zusätzliche Anforderungen für moderne Anlagen
- E-Mobilität:
Ladeeinrichtungen müssen dreiphasig ausgelegt sein (32 A). - Smart-Home-Technologien:
Vorrichtungen für die spätere Integration sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel
Richtlinien für die Leitungsführung
Die DIN 18015-3 legt klare Vorgaben für die Verlegung von Kabeln und Leitungen fest, um Sicherheit, Funktionalität und Flexibilität zu gewährleisten. Zu den zentralen Punkten gehören:
Schutzrohre auf Rohfußboden:
Leitungen sollten in Schutzrohren oder -kanälen verlegt werden, um mechanische Beschädigungen zu vermeiden und die Auswechselbarkeit sicherzustellen. Dies ist besonders bei Rohfußböden wichtig, da sie stark beansprucht werden können.
Maximale Längen zwischen Zugpunkten:
Um eine reibungslose Verlegung zu ermöglichen, gelten folgende Grenzwerte:
- Ohne Richtungsänderung: maximal 25 m.
- Mit Richtungsänderung: maximal 15 m.
Begrenzung der Belegung von Leitungen:
- In Mantelleitungen oder Einzeladern ist die Belegung so zu begrenzen, dass Überhitzung vermieden wird.
Koaxialkabel und Starkstromleitungen dürfen in Schächten gemeinsam verlegt werden, solange die erforderlichen Trennabstände eingehalten werden (nach DIN EN 50174-2).

Planen Sie Schutzschalter so, dass ein Fehler nur den betroffenen Stromkreis deaktiviert und nicht die gesamte Anlage.
FI-Schalter:
- Maximal zwei 1-phasige Endstromkreise pro 2-poligem FI-Schalter absichern.
- Verwenden Sie selektive FI-Schalter im Hauptverteiler, um Fehlerströme besser zu verteilen.
Gruppen-FI-Schutzschalter: Ideal für Mehrfamilienhäuser oder große Gebäude, um Stromausfälle zu begrenzen.

- Horizontale Installationszonen: 15-45 cm über dem fertigen Fußboden und 30 cm unterhalb der Decke.
- Vertikale Installationszonen: 10 cm von den Tür- und Fensterrahmen entfernt.
- Leitungsdurchführungen müssen mit rauchdichten Materialien verschlossen werden, um die Ausbreitung von Rauch bei einem Brand zu verhindern.
- Leitungsführungen durch Trennwände müssen schallisoliert sein, um Übertragungen von Geräuschen zwischen Räumen zu minimieren.
- Halogenfreie Kabel werden empfohlen, um toxische Rauchentwicklung im Brandfall zu vermeiden.
Verlegung in besonderen Bereichen
Außenbereiche:
Leitungen, die durch gedämmte Fassaden geführt werden, dürfen die Dämmwirkung nicht beeinträchtigen. Abdichtungen mit Folien oder Manschetten sind erforderlich.
Leerrohre für Kommunikations- und Rundfunktechnik:
Mindestdurchmesser: 25 mm für Wohnungszuführungen, 32 mm für Hauptleitungen. Bei unterirdischen Leitungen müssen Leerrohre in jedem Geschoss mit Durchzugskästen versehen werden.
Sternverteilung:
- Empfohlen für moderne Anwendungen wie Smart-Home-Technologien.
- Die maximale Länge und Anzahl der Bögen (2 Bögen, 15 m Länge) müssen eingehalten werden.
Verlegung in Hohlkammer-Mauerwerkssteinen:
- Leitungen und Rohre dürfen die Stabilität der Steine nicht beeinträchtigen.
- Luftdichte Abdichtungen sind erforderlich.
Typische Fehler und deren Vermeidung:
- Fehler: Unzureichend befestigte Leitungen oder fehlende Trennwände in Schächten.
In Räumen mit intensiver Nutzung, wie Werkstätten oder Hobbyräumen, sollte die Beleuchtung auf einem separaten Stromkreis betrieben werden.
- Vorteil: Bei einem Kurzschluss in einem Gerät bleibt die Beleuchtung weiterhin funktionsfähig und Unfälle durch Dunkelheit werden vermieden.
- Empfehlung: Nutzen Sie separate FI-Schalter für Beleuchtung und Steckdosenkreise.
- Gliederung der DIN 18015
- Einleitung in die DIN 18015
- Teil 1: Planungsgrundlagen
- Teil 2: Art und Umfang der Mindestausstattung
- Teil 3: Leitungsführung & Anordnung der Betriebsmittel
- Teil 4: Gebäudesystemtechnik
- Teil 5: Luftdichte & wärmebrückenfreie Installation
- Energieeffizienz nach DIN 18015
- Zusammenfassung und Ausblick
- FAQ

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Teil 4: Gebäudesystemtechnik
- Kommunikationsanlagen
- Integration moderner Netzwerktechnik
- Sicherheitsanforderungen
Kommunikationsanlagen
Die DIN 18015-4 definiert klare Anforderungen an die Integration moderner Kommunikationssysteme in Wohngebäuden. Dazu zählen sowohl Hauskommunikationsanlagen als auch Netzwerktechnologien:
Hauskommunikation
- Klingel- und Sprechanlagen:
- Jede Wohnung muss mindestens über eine Klingelanlage verfügen.
- In Gebäuden mit mehr als zwei Wohneinheiten sind Türöffneranlagen mit mithörgesperrten Sprechanlagen erforderlich.
- Empfehlenswert: Sprechanlagen mit Bildübertragung zur Erhöhung der Sicherheit.
- Barrierefreie Nutzung:
- Die Norm empfiehlt, bei der Planung barrierefreier Wohnungen zusätzlich die DIN 18040 zu berücksichtigen, z. B. durch kontrastreiche Gestaltung und Bedienbarkeit für Menschen mit Einschränkungen.
- Die Norm empfiehlt, bei der Planung barrierefreier Wohnungen zusätzlich die DIN 18040 zu berücksichtigen, z. B. durch kontrastreiche Gestaltung und Bedienbarkeit für Menschen mit Einschränkungen.
Telekommunikationsanlagen
- Leitungsführung und Anschlüsse:
- Vom Hausübergabepunkt (HÜP) zu den Wohnungsübergabepunkten (WÜP) ist eine sternförmige Verkabelung vorzusehen.
- Innerhalb der Wohnung sind Kommunikationsleitungen (z. B. CAT-5 oder höher) sternförmig zu verlegen.
- Leerrohre und Installationszonen:
- Leerrohre mit einem Mindestdurchmesser von 25 mm müssen für Kommunikationsleitungen eingeplant werden.
- Geräteverbindungsdosen sollten eine Tiefe von mindestens 60 mm aufweisen, um ausreichend Platz für Anschlüsse und Biegeradien zu bieten.

1. Installationsrohre erleichtern die Nachrüstung oder den Austausch von Leitungen erheblich.
- Material: Verwenden Sie Rohre mit glatter Innenwand, um das Einziehen von Kabeln zu erleichtern.
- Durchmesser: Mindestens 25 mm für Netzwerkkabel und 40 mm für größere Leitungspakete.
2. Nutzen Sie speziell entwickelte luftdichte Dosen und Abdichtungsmanschetten, um Energieverluste und Schäden an der Dämmung zu vermeiden.
Beispiel: Ein Passivhaus konnte durch den Einsatz luftdichter Installationsdosen die Heizkosten um 15 % senken.
Hinweis:
Stellen Sie sicher, dass alle Leitungsdurchführungen sorgfältig abgedichtet sind, um Luftströmungen zu verhindern. Ein Blower-Door-Test kann die Qualität der Abdichtung überprüfen.
Anforderungen an Installationszonen und Zugpunkte
Die DIN 18015-4 berücksichtigt die zunehmende Bedeutung von Netzwerktechnologien und Multimediaanwendungen in Wohngebäuden. Dazu zählen:
Kabeltypen und Verteilungssysteme
- Anwendungsneutrale Verkabelung:
- Gemäß DIN EN 50173-4 wird eine symmetrische und/oder koaxiale Verkabelung empfohlen.
- Mindestanforderungen:
- Vier symmetrische Adernpaare für IuK-Anschlüsse (Informations- und Kommunikationstechnik).
- Koaxiale Kabel für RuK-Anwendungen (Rundfunk- und Kommunikationstechnik).
- Verteilanlagen für Radio und Fernsehen:
- Jede Wohnung benötigt mindestens einen Übergabepunkt für Rundfunk-/Kommunikations-signale.
- Schutzmaßnahmen gegen Manipulation oder unbefugte Nutzung sind vorzusehen.
Multimediaanwendungen und Smart-Home-Technologien
- Multimediaanschlüsse:
- Pro 3,75 m Raumumfang ist mindestens ein Multimediaanschluss zu installieren.
- Diese sollten gleichmäßig im Raum verteilt werden.
- Smart-Home-Systeme:
- Die Norm empfiehlt, Steuerungssysteme für Beleuchtung, Heizung und Jalousien in die Gebäudesystemtechnik zu integrieren.
- Zentrale Steuerungen und Erweiterungsmöglichkeiten müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Sicherheitsanforderungen
Manipulationsschutz: Alle allgemein zugänglichen Anlagen wie Hausübergabepunkte und Kommunikationsverteiler müssen gegen unbefugten Zugriff gesichert werden.
Zukunftssicherheit: Für spätere Erweiterungen ist genügend Platz in Verteilern und Leerrohren vorzusehen. Reservekapazitäten ermöglichen die Integration neuer Technologien ohne großen Aufwand.
Teil 5: Luftdichte und wärme-brückenfreie Installation
- Anforderungen an die Luftdichtheit
- Abdichtungsmaterialien und Manschetten bei Folien-Durchdringungen
- Vermeidung von Wärmebrücken
Anforderungen an die Luftdichtheit
Die DIN 18015-5 beschreibt Maßnahmen, um elektrische Installationen luftdicht und energieeffizient auszuführen. Diese Anforderungen sind besonders bei modernen, energieeffizienten Gebäuden entscheidend, da Luftdichtheit Wärmeverluste minimiert und die Gebäudehülle schützt.
Verwendung luftdichter Installationsdosen
- Anforderungen:
- Installationsdosen müssen luftdicht ausgeführt sein, um den Durchgang von Luft durch Wände und Decken zu verhindern.
- Steckdosen und Schalter sollten mit speziell abgedichteten Dosen installiert werden.
- Praktische Umsetzung:
- Einsatz von Dichtungsmanschetten oder speziellen Dichtfolien.
- Abschlüsse an Leerrohren mit flexiblen Dichtungsstopfen.


Luftdichte Verlegung bei Hohlkammer-Mauerwerkssteinen
- Hohlkammersteine erfordern besondere Maßnahmen, um die Luftdichtheit zu gewährleisten:
- Leitungen sollten durch spezielle Installationskanäle geführt werden.
- Hohlräume müssen mit luftdichten Materialien verschlossen werden.
Typische Fehler und deren Vermeidung
- Fehler:
- Unzureichend abgedichtete Dosen oder Durchführungen.
- Verwendung ungeeigneter Materialien wie Standard-Putz statt spezieller Abdichtungsmaterialien.
- Lösungen:
- Verwendung von Dichtungsfolien oder -manschetten, die den DIN-Anforderungen entsprechen.
- Regelmäßige Kontrolle der Abdichtungen während der Installation.
- Vermeidung von Leckagen:
- Bei Durchführungen durch luftdichte Schichten (z. B. Dampfsperren) müssen die Leitungen sorgfältig abgedichtet werden.
- Materialien wie elastische Manschetten oder dauerelastische Dichtstoffe sind erforderlich.
- Abdichtungsdetails:
- Durchführungen sollten so ausgeführt werden, dass die Dichtmaterialien mit der umliegenden Folie fest verbunden sind.
- Rohrdurchführungen müssen nachträglich verschlossen werden, auch bei bereits eingezogenen Kabeln.
Vermeidung von Wärmebrücken
Wärmebrücken führen zu Energieverlusten und können Feuchteschäden in der Gebäudestruktur verursachen. Die DIN 18015-5 gibt dazu folgende Empfehlungen:
- Außeninstallationen:
- Leitungen, die durch gedämmte Fassaden geführt werden, dürfen die Dämmwirkung nicht beeinträchtigen.
- Zusätzliche Dämmmaterialien um Leitungen oder Leerrohre sollten verwendet werden.
- Befestigungen und Durchdringungen:
- Elektrische Installationen müssen ohne zusätzliche Wärmeverluste befestigt werden.
- Vermeidung von Hohlräumen, die zu Kältebrücken führen könnten.
Energieeffizienz und Luftdichtheit
Eine korrekte luftdichte Installation trägt nicht nur zur Energieeffizienz des Gebäudes bei, sondern reduziert auch Heizkosten und verbessert die Behaglichkeit. In Kombination mit den Vorgaben der DIN VDE 0100-801 für Energieeffizienz können durchdachte Installationen den Energieverbrauch nachhaltig senken.
Energieeffizienz nach DIN 18015
Die DIN 18015 berücksichtigt in allen Teilen die steigende Bedeutung der Energieeffizienz in Wohngebäuden. Dieser Abschnitt beschreibt Maßnahmen und Vorgaben, um elektrische Anlagen so energieeffizient wie möglich zu gestalten, und verweist auf ergänzende Normen wie die DIN VDE 0100-801.
Smart-Metering: Verbrauchs- und Tarifvisualisierung
- Definition und Zweck:
Smart-Metering-Systeme erfassen den Energieverbrauch und visualisieren Verbrauchsdaten sowie Tarife in Echtzeit. Sie unterstützen den Nutzer bei der Optimierung seines Energieverbrauchs. - Integration in Wohngebäude:
- Vorgabe von Zählerplätzen für fernauslesbare Verbrauchszähler (Strom, Wasser, Gas).
- Kommunikationseinrichtungen, die den Anschluss an Smart-Grid-Systeme ermöglichen.
Steuerung von Verbrauchsmitteln durch Gebäudesystemtechnik
- Laststeuerung:
- Steuerungen für energieintensive Verbraucher (z. B. Wärmepumpen, Waschmaschinen) ermöglichen die Nutzung günstiger Tarife.
- Für die Steuerung sind zusätzliche Steuerleitungen oder Reserveadern in Stromkreisen notwendig.
- Energieeffiziente Nutzung von Verbrauchsmitteln:
- Systeme zur automatischen Abschaltung von Standby-Geräten.
- Schaltbare Steckdosen in Wohn- und Arbeitsbereichen zur Reduzierung von Leerlaufverlusten.

Standby-Verluste minimieren
- Schaltbare Steckdosen:
Steckdosen mit Schaltmöglichkeit sollten in jedem Raum vorgesehen werden, insbesondere an häufig genutzten Stellen wie Arbeitsplätzen oder TV-Bereichen. - Gebäudesystemtechnik:
Steuerungssysteme, die den Standby-Modus zentral überwachen und abschalten können, erhöhen die Effizienz.
Energieeffiziente Beleuchtung und Steuerung
Automatische Steuerungen
- Bewegungs- und Präsenzmelder:
- Empfohlen für Flure, Treppenhäuser und Außenbereiche, um Beleuchtung nur bei Bedarf zu aktivieren.
- Kombination mit Dämmerungsschaltern für Außenbereiche.
- Dimmfunktionen und Abschaltautomatik:
- Dimmer zur Reduzierung der Beleuchtungsstärke bei geringem Lichtbedarf.
- Abschaltautomatiken mit Warnsignalen (z. B. Abdimmen), um plötzliche Dunkelheit zu vermeiden.
LED- und Energiesparlampen
- Beleuchtungssysteme:
- LED-Leuchtmittel werden aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und langen Lebensdauer bevorzugt.
- Empfehlung: Austausch alter Leuchtmittel durch LED-Technologie.
Integration von Heizungs-, Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen
Steuerung von Jalousien und Sonnenschutz
- Automatische Systeme:
- Jalousien und Markisen sollten automatisch an Tageszeit und Wetter angepasst werden, um die Raumtemperatur zu regulieren.
- Steuerung über Gebäudesystemtechnik.
Lüftungsanlagen
- Integration von Lüftungssystemen:
- Energieeffiziente Lüftungsanlagen sollten an die Elektroinstallation angebunden werden.
- Automatische Steuerungen, die auf Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit reagieren, werden empfohlen.
Heizsysteme und Wärmepumpen
- Energieoptimierte Steuerung:
- Regelungssysteme für Heizungen und Wärmepumpen sollten Tarifsignale berücksichtigen, um Stromverbrauch zu Spitzenzeiten zu vermeiden.
- Kombination mit Smart-Metering für eine vollständige Energieüberwachung.

FAQ zur DIN 18015
Was ist eine Starkstromanlage?
Elektrische Anlagen zur Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie, z. B. für Licht, Wärme oder mechanische Arbeit.
Was ist eine Schaltstelle?
Einrichtung wie Schalter oder Bewegungsmelder zur Steuerung elektrischer Verbraucher.
Was ist ein Wohnungsübergabepunkt? (WÜP)
Zentraler Punkt für die Kommunikationsverkabelung in einer Wohnung.
Ist die DIN 18015 verpflichtend?
Die Norm ist nicht gesetzlich verpflichtend, wird jedoch oft durch Bau- und Werkverträge verbindlich gemacht. Sie entspricht den „anerkannten Regeln der Technik“.
Welche Gebäude fallen unter die Norm?
Sie gilt für Wohngebäude wie Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie teilgewerbliche Gebäude mit vergleichbaren Anforderungen.
Wie viele Stromkreise sind mindestens erforderlich?
Die Mindestanzahl der Stromkreise hängt von der Wohnungsgröße ab, z. B. drei Stromkreise für bis zu 50 m² und sieben Stromkreise für über 125 m².
Was ist bei Smart-Home-Installationen zu beachten?
Eine sternförmige Verkabelung, ausreichende Reservekapazitäten und die Berücksichtigung zukünftiger Technologien sind essenziell.